Tumore der Gesichtshaut
Definition:
An der Gesichtshaut können gutartige und bösartige Tumoren auftreten. Bei Gesichtshauttumoren kann es sich auch um Formen von Hautkrebs handeln. Hierunter ist das Basalzellkarzinom (Basaliom) der häufigste bösartige Tumor der Gesichtshaut. Die Erkrankungshäufigkeit nimmt mit zunehemendem Lebensalter zu. Basalzellkarzinome finden sich bevorzugt an sonnenexponierten Gesichtspartien wie Nase, Ohr, Stirn oder unbehaarter Kopfhaut. Dies trifft auch für eine weitere häufige Hautkrebsart, die Aktinischen Keratosen zu, welche bei fortgeschrittener Ausbreitung auch als Stachelzellkarzinom, Spinaliom oder Plattenepithelkarzinom bezeichnet werden. Zusätzlich kann auch das Melanom oder ein Hautlymphom als Gesichtshauttumor auftrete.
Besonders gefährdet sind Personen, die über viele Jahre einer intensiven Sonnenbestrahlung (UV-Strahlung) in der Freizeit oder im Beruf ausgesetzt waren. Eine helle Haut-, Haar- und Augenfarbe zählen zu weiteren Risiken. Auch Personen mit vielen Sommersprossen oder Muttermalen erkranken häufiger an Gesichtshauttumoren.
Indikation:
Vor allem Personen mit hellem Hauttyp oder Personen, die sich berufsbedingt viel der Sonne aussetzen, ist eine eigenständige Untersuchung der Gesichtshaut in 3-monatlichen Abständen sinnvoll. Hierbei sollte auch die Kopfhaut und die Ohrmuschelrückseite auf Hautveränderungen untersucht werden. Basaliome fallen zu Beginn als hautfarbenes, transparent glänzendes Knötchen auf, das von feinen Blutäderchen durchzogen sein kann. Im fortgeschrittenen Stadium wächst ein Basalzellkarzinom nach innen und zeigt eine Blutkruste auf der Oberfläche. Die Aktinische Keratosen zeigen sich als flache, rötliche Hautstellen, die eine raue Oberfläche haben. Sie können aber auch aufbrechen und verkrusten. Grundsätzlich sollte jede bemerkte Gesichtshautveränderung die mit einer Farbveränderung, Oberflächenzerstörung oder Größenzunahme durch eine fachärztliche Untersuchung abgeklärt werden.
Methoden:
Gesichtshauttumoren müssen im gesunden Gewebe mit ausreichendem Sicherheitsabstand entfernt werden. Im Anfangsstadium kann dies je nach Lage und Größe des Tumors oft in örtlicher Betäubung ambulant durchgeführt werden. Mittels kleiner Lappenplastiken können Gewebedefekte örtlich wieder ästhetisch ansprechend verschlossen werden. Hierbei wird Haut- mit Unterhautgewebe in den Defekt „hineingedreht“. Ist ein Defekt größer, können nahezu identische Gewebe von anderen Körperregionen versetzt werden. Durch den Einsatz moderner Operationstechniken wie Mikrochirurgie können diese sogar eine Blut- und Nervenversorgung erhalten. Auch mittels Lasertherapie können Gesichtshauttumoren behandelt werden.
Weitere Therapiemöglichkeiten sind bei Tumoren, die wegen ihrer Grösse nicht im gesunden Gewebe oder ohne ausreichenden Sicherheitsabstand entfernt wurden, eine örtliche Strahlentherapie. Auch kann durch eine zusätzliche Chemotherapie ein Absterben von Tumorgewebe oder eine Absiedlung (Metastasen) erreicht werden. Ebenfalls kommen eine Kälte- oder photodynamische Therapie zum Einsatz. In diesen Fällen besteht eine enge Kooperation mit Dermatologen sowie unseren Kliniken für Strahlentherapie und für Onkologie.
Behandlungsablauf:
Zunächst wird eine ausführliche Krankengeschichte mit klinischer Untersuchung erhoben. Hiernach kann je nach Lage und Größe bei einem Basalzellkarzinom (Basaliom) oder Aktinischen Keratosen im Anfangsstadium meist eine Tumorentfernung in örtlicher Betäubung während eines ambulanten Eingriffs erfolgen. Das entnommene Gewebe muss zur Bestätigung der Diagnose mikroskopisch untersucht werden. Um sicher zu gehen, dass der gesamte Tumor im gesunden Gewebe und mit ausreichendem Sicherheitsabstand entfernt wurde, wartet man in den meisten Fällen das Ergebnis der mikrospischen Untersuchung ab. Ist der Tumor vollständig und ausreichend entfernt, folgt in einem zweiten Schritt nach ungefähr 5 bis 7 Tagen ein Verschluss des Gesichtshautdefekts. Ist noch Resttumorgewebe unter dem Mikroskop sichtbar, dann muss dieses erneut entfernt werden und der Verschluss des Gesichtshautdefekts verschiebt sich um einen kurzen Zeitraum. Bei größeren Gesichtstumoren und bereits erfolgter Absiedlung von Tumorzellen mit zusätzlichen Fachdisziplinen (Dermatologie, Augenheilkunde, Strahlentherapie, Onkologie) ein genau abgestimmtes Therapiekonzept erarbeitet werden.
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